FAQ  
von Stevie Würker

REALITY\\check Heavy Rain

Heavy Rain
System PS3
Genre interaktives Drama
Entwickler Quantic Dream
Publisher Sony Computer Entertainment
USK
Release bereits erschienen (26.02.2010)
Preis ca. 60 Euro

Ich hab mein Exemplar von Heavy Rain am Samstag nach Release erhalten und hatte es am Sonntag schon durchgespielt.
Das soll nicht bedeuten, das Spiel ist kurz, denn das ist es nicht. An Heavy Rain spielt man schon eine Weile, ich würde auf 10 Stunden tippen.
Und auch dann hat man lediglich ca. 45% des Spiels gesehen; Ist natürlich von den Entscheidungen während des Spielens abhängig. Und genau das macht das Spiel auch so besonders!

Heavy Rain spielt man nämlich nicht einfach so durch und hat am Ende gewonnen. Und wenn man bis dorthin irgendwann gestorben ist, spielt man den Level eben erneut, bis man ihn geschafft hat.
Heavy Rain ist alles andere als linear. Wie schon in Fahrenheit ist das Spiel als spielbarer Kinofilm angelegt, man hat während des Verlaufs der Story mehrmals die Möglichkeit das Spielgeschehen dauerhaft zu beeinflussen und verschiedene Enden zu Gesicht zu bekommen. Dies ist auch der Grund, warum Heavy Rain in das Genre „interaktives Drama“ fällt.
David Cage (Entwicklungsleiter von Heavy Rain) hat dieses Ziel in Heavy Rain noch besser umsetzen können, als schon in Fahrenheit.

In Heavy Rain geht es um den sogenannten Origami-Killer, der kleine Jungs ermordet. Jeder Junge hält bei seinem Auffinden eine Origami-Figur in der Hand und eine Orchidee wurde auf seiner Brust platziert. Außerdem wurden sie in Regenwasser ertränkt und erst anschließend an den Fundort transportiert. Auch der Sohn von Ethan Mars, einem der vier spielbaren Charaktere, wird von dem Origami-Killer entführt und man bekommt als sein Vater fünf Aufgaben gestellt, die man lösen muss, um ihn zu befreien. Löst man sie nicht, stirbt der Junge. Madison Page, Journalistin, Norman Jayden, FBI-Profiler, und Scott Shelby, Privatdetektiv, sind die anderen drei Hauptcharaktere, die auch auf der Suche nach dem Origami-Killer sind.

„Wie weit würden Sie gehen, um jemanden zu retten, den Sie lieben?“ steht es in der Anleitung des Spiels geschrieben und ich befand mich auch hin und wieder in einer Dilemma-Situation und habe überlegt, was ich tun soll. Jeder der vier Charaktere hat mit seinen Lastern zu kämpfen und wenn der Charakter nervös ist, überträgt sich das durch die flackernden Sprachmöglichkeiten auch auf den Spieler. Auch überträgt die Steuerung grundsätzlich immer eine ähnliche Bewegung auf den Spieler, so putzt man sich die Zähne, indem man den PS3-Controller seitlich schüttelt, man hält sich an etwas mit beiden Händen fest, indem man R1 und L1 gedrückt hält und man übt Kraftakte aus, indem man mehrmals hintereinander eine bestimmte Taste drückt. Auch kommen Quick Time Events sehr häufig zum Einsatz. Diese sind aber trotzdem nie nervig, sondern passen immer in die Situation. In Kämpfen zum Beispiel muss man schnellstmöglich eine Taste drücken, um einen Schlag abzuwehren, was nachzuvollziehen ist, in einem echten Kampf steht man schließlich auch unter Zeitdruck.

Fazit:

Das Spiel erzählt durchgehend eine spannende und interessante Story. Die Atmosphäre ist durch den eigens komponierten Soundtrack und der Art der Steuerung fesselnd und realistisch und die Grafik des Spiels nähert sich der Realität, wie kein anderes Spiel, das ich kenne.
Besonders positiv rechne ich dem Spiel an, dass es den Spieler zum Nachdenken anregt, man überlegt stets, was man selbst tun würde und beim ersten Mal wird wohl auch jeder das Spiel so durchspielen, wie man selbst in der Realität agieren würde. Durch die verschiedenen Enden und auch Abweichungen mitten im Spiel, hat man auch noch lange nach dem durchzocken Spaß und versucht alle PlayStation-Trophäen zu erhalten, die zum Großteil nur für verschiedene Versionen eines Kapitels und fehlerloses Spielen vergeben werden. Die Trophäen sind aber alle gerechtfertigt, man bekommt nie das Gefühl, das Ziel ist übertrieben schwer zu erreichen und man kann sicher sein, dass man wirklich das gesamte Spiel kennt, wenn man 100% erreicht hat. Ich habe momentan 60% des Spiels erreicht und werde es genießen die nächsten Wochen die restlichen Trophäen einzusammeln.

Ich denke, dass es aktuell kein Spiel gibt, das auch nur annähern an die Atmosphäre, die Spannung und die mehr als gelungene Erzählweise von Heavy Rain rankommt. Deswegen bekommt Heavy Rain von mir die volle Bewertung – 15/15